2012/10/21

Sundsvall, die Steinstadt Schwedens

Die Umgebung Sundsvalls wurde mit Sicherheit bereits während der schwedischen Völkerwanderung besiedelt, wovon der Grabplatz in Högum, der sich nur zwei Kilometer westlich der Stadt befindet, zeugt. Später entwickelt sich hier ein Fischerdorf, das sich immer mehr ausdehnte und so langsam zu einer Stadtbildung führte, denn auch wenn Sundsvall wegen den Landhebungen zweimal verlegt wurde um einen Zugang zur Ostsee zu haben, letztmals von Königin Kristina, so war der Zugang zum Meer der Hauptgrund, warum Gustav II. Adolf im Jahre 1621 Köpstaden, Åkersvik und Sund zusammenlegte und daraus die Stadt Sundsvall machte.

Der Vorteil des Meereszugangs war natürlich auch ein Nachteil, denn 1721 griff die russische Armee Sundsvall an und legte sie in Schutt und Asche. Kaum hatte sich dann die einzige Stadt in Medelpad erholt und war an der gleichen Stelle wieder aufgebaut worden, brannte sie nieder. Beim erneuten Aufbau im 19. Jahrhundert entwickelte sich Sundsvall, ebenfalls wegen seiner geografischen Lage, zum Zentrum der Sägewerke Schwedens. Und 1888 brannte sie erneut zum Großteil ab, was ihr dann jedoch ihren Beinahmen und das heutige Aussehen gab, denn nach diesem Brand bekam das Zentrum einen neuen Stadtplan und es wurde das Gesetz erlassen, dass dort nur noch Steinhäuser stehen durften. Dies ist auch der Grund, warum der Kern Sundsvalls noch heute Stenstaden, die Steinstadt heißt.

Blick auf die Steinstadt in Sundsvall

Ein anderer Beiname Sundsvalls könnte natürlich auch „Norrlands huvudstad“ sein, die Hauptstadt des Norrlands, denn obwohl Umeå diese Bezeichnung seit vielen Jahren anwendete, ließ sich im Jahre 2007 Sundsvall diese Bezeichnung schützen und Umeå musste auf den Titel verzichten, obwohl es geografisch gesehen logischer wäre Sundsvall als das Tor des Norrlands zu bezeichnen und nicht als die Hauptstadt.

In der Regel führt der erste Weg in Sundsvall natürlich in die Stenstaden, die Steinstadt, die mit den monumentalen Bauten beeindruckt und Schweden in einer völlig anderen Weise zeigt als man sonst gewohnt ist, wo man auch in der Innenstadt nach Holzhäusern Ausschau hält. Wer etwas Besonderes in der Steinstadt sucht, wird allerdings an den verschiedensten Stellen Sundsvalls, und selbst an der Gustav Adolf Kirche, einen Drachen entdecken, der das Übel fernhalten soll, das die alten Gebäude zerstörte.

Wenn man in Sundsvall vom Norra Berget spricht, so meint man damit den Stadtpark mit seinen Spazierwegen, dem Aussichtsturm und einigen historischen Gebäuden aus Medelpad. Am Norra Berget tanzt man zu Mittsommer um die Mittsommerstange und hier wird auch jedes Jahr der Weihnachtsmarkt organisiert.

Einen Gegenpol bietet dann der Södra Berget, der nicht nur eine phantastische Aussicht über die Stadt Sundsvall bietet, sondern auch dem Freizeitleben gewidmet ist und im Winter zum Slalomhang wird. Auf dem Sidsjön lädt im Winter auch eine drei Kilometer lange Schlittschuhspur ein, während man vielleicht daran denkt, dass man im Sommer hier fischen und baden kann.

Die Gustav Adolf Kirche in neugotischem Stil wurde nach dem Brand im Jahre 1888 völlig neu gebaut, wobei man jedoch an Teilen des Fundaments noch die Reste der vorhergehenden Kirche entdecken kann. Auch wenn einige der bedeutendsten Gegenwartskünstler für die Dekoration im Innerer sorgten und eine großartige Leistung brachten, so hat man beim Besuch nur den Eindruck eines sehr modernen Kirchengebäudes.

Auch wenn man in Sundsvall hervorragende Einkaufsmöglichkeiten findet, so liegt etwa sieben Kilometer nördlich der Stadt das größte nordschwedische Einkaufszentrum, das um den vierten IKEA-Laden entstand und mit rund 100 Läden jedes Jahr über sechs Millionen Kunden anzieht und sich zu einem Ausflugsziel und nahezu zur touristischen Attraktion entwickelte. Birsta, wie das Einkaufszentrum heißt, wurde bereits mehrmals als das beste schwedische Einkaufszentrum ausgezeichnet, nicht zuletzt auch wegen der breiten Auswahl.

Weihnachten beginnt in Sundsvall immer am 20. November eines Jahres, wobei der Weihnachtsmarkt jeweils am 4. und 5. Dezember am Norra Berget stattfindet auf dessen Spitze das vermutlich höchste Adventslicht über die Stadt erstrahlt.

Wer im Sommer in Sundsvall ein typisch schwedisches Fest erleben will, muss seine Reise auf Mitte Juli legen, wenn in der Stadt eine Woche lang das Gatufestival, das Straßenfest der Stadt stattfindet bei dem der Höhepunkt des Sommers mit den sehr kurzen Nächten mit Musik, Vergnügen und gutem Essen gefeiert wird. Im Jahr 2013 findet das Sundsvalls gatufest bereits zum 26. Mal statt.

Wer nach Sundsvall kommt, will natürlich nicht nur die Stadt entdecken, sondern auch Ausflüge entlang der Küste und ins Hinterland machen um den Aufenthalt zu einem Aktivurlaub zu machen. Sowohl im Sommer als auch im Winter eignet sich die Gegend für jede Art von sportlicher Aktivität, angefangen vom Wandern, Kletter oder Golf spielen bis zu Ausflügen per Ski, Abfahrtslauf oder einem Abstecher in die Natur mit dem Schneescooter.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

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